Lagerpiraten der Art Xylocoris flavipes sind vielen Betroffenen zunächst unbekannt. Dabei handelt es sich um spezialisierte Nützlinge, die gezielt gegen verschiedene Vorratsschädlinge eingesetzt werden.
Im Gegensatz zu parasitierenden Nützlingen jagen Lagerpiraten ihre Beute aktiv und fressen Schädlinge direkt. Dadurch eignen sie sich besonders für Situationen, in denen ein Befall bereits fortgeschritten ist oder mehrere Schädlingsarten gleichzeitig auftreten. Entscheidend für eine erfolgreiche Bekämpfung ist jedoch das richtige Verständnis ihrer Wirkungsweise und ihres Einsatzbereichs.
Während Lagererzwespen Schädlinge parasitieren, wirken Lagerpiraten räuberisch. Je nach Befall kann daher auch der Einsatz von Lagererzwespen sinnvoll sein.
Im Folgenden erklären wir, wie Lagerpiraten wirken, wann ihr Einsatz sinnvoll ist und wie sie sich von anderen Nützlingen gegen Vorratsschädlinge unterscheiden.
Was sind Lagerpiraten?
Der Lagerpirat ist eine Raubwanze, die sich räuberisch von Eiern, Larven und Puppen verschiedener Vorratsschädlinge ernährt. Durch ihre gezielte Jagd unterbrechen sie den Lebenszyklus der Schädlinge tragen dazu bei, deren Ausbreitung zu begrenzen.
Besonders häufig werden sie eingesetzt gegen:
- Speckkäfer (Dermestes spp.)
- Reismehlkäfer (Tribolium spp.)
- Teppichkäfer (Anthrenus spp.)
- Khaprakäfer (Trogoderma spp.)
- Berlinkäfer (Trogoderma angustum)
- Mehlmotten (Ephestia spp.)
- Trauermücken (Sciaridae)
- Weiße Fliegen (Bemisia tabaci)
Sie werden vor allem in Vorratsräumen, Küchen, Haushalten, Speichern und Lagerräumen eingesetzt. Dort erreichen sie ihre Wirkung besonders gut, weil sie nah an Eiern und Larven jagen.
Wie wirken Lagerpiraten?
Lagerpiraten nutzen ihre stechend-saugenden Mundwerkzeuge, um ihre Beute zu lähmen und anschließend auszusaugen. Sie bevorzugen dabei die frühen Entwicklungsstadien der Schädlinge, wie Eier und Larven. Ein einzelner Lagerpirat kann bis zu 405 Eier, 4 Larven und 8 Puppen eines Reismehlkäfers erbeuten, was ihre Effizienz unterstreicht.
Wie setzt man Lagerpiraten ein?
Die Lagerpiraten werden in speziellen Röhrchen geliefert und sollten direkt nach Erhalt an den befallenen Stellen freigesetzt werden. Für eine Fläche von etwa 15 m² ist eine Einheit mit 30 Tieren ausreichend. Die optimale Einsatztemperatur liegt zwischen 20°C und 36°C bei mindestens 40% relativer Luftfeuchtigkeit. Bei Zimmertemperatur (ca. 21°C) beträgt die Lebensdauer der Lagerpiraten etwa 8 Wochen, bei höheren Temperaturen kann sie auf 3 Wochen sinken. Daher ist eine Wiederholung des Einsatzes nach 3–4 Wochen empfehlenswert.
Lagerpiraten zählen zu den wirksamsten Nützlingen gegen Vorratsschädlinge, da sie diese aktiv jagen und fressen.
Eigenschaften & Vorteile von Lagerpiraten
- 100% biologische Schädlingsbekämpfung ohne Chemikalien
- Gezielte Regulierung von Vorrats- und Materialschädlingen
- Unbedenklich für Menschen, Haustiere und Lebensmittel
- Einfache Anwendung ohne aufwendige Vorbereitungen
- Förderung der natürlichen Schädlingskontrolle im Haushalt
Fazit
Lagerpiraten sind ein wichtiger Bestandteil biologischer Konzepte zur Kontrolle von Vorratsschädlingen. Durch ihre räuberische Lebensweise können sie in geeigneten Umgebungen dazu beitragen, Schädlingspopulationen zu regulieren – ganz ohne chemische Mitte. Bei Fragen zur Anwendung oder Bestellung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.



